Fragen an Silke von Bremen zur 10. Auflage der „Gebrauchsanweisung für Sylt“

Gebrauchsanweisung für Sylt von Silke v. Bremen, 10. Auflage 2017, Piper

Vor sechs Jahren erschienen die „Gebrauchsanweisung für Sylt“. Das gut 220 Seiten umfassende Buch hat sich seitdem zu einer der meistverkauften Sylt-Bücher entwickelt. Gerade ist deshalb die 10.Auflage des Reiseführers, der eher ein Erzählband von literarischer Qualität ist, erschienen. Im Interview gibt die kenntnisreiche Autorin Silke von Bremen, die auf Sylt längst zu den bekannten Persönlichkeiten zählt, Auskunft über die Eigenarten des Buches und ihr besonderes Verhältnis zur Insel.

Auf den Seiten der Sylter Rundschau können Sie aus diesem Anlass ein Interview mit Silke von Bremen lesen

»Keitum bringt sich auf den Punkt«

So betitelt die SHZ ihren Bericht zum öffentlichen Start der Aktion mit der das Bewusstsein für die lokale Geschichte geweckt und gestärkt werden soll. Initiiert von Mitgliedern der ‚Keitumer Runde‘ und der ‚Söl’ring Föriining‘ werden 20 Tafeln an historischen Ort aufgestellt, die leicht am roten Punkt erkannt werden. Von Silke v. Bremen stammen die Texte, die das Wichtigste zum jeweiligen Ort vermitteln. Den gesamten Artikel als PDF können Sie hier laden.

Auf den Punkt gebracht – SHZ zu Geschichtspunkte Keitum

»Gebrauchsanweisung für Sylt« geht 2017 in die 10. Auflage

Am 1. März erscheint, rechtzeitig zur neuen Saison, aber bei weitem nicht nur für Inselbesucher, die 10. Auflage der »Gebrauchsanweisung für Sylt«. Der Verlag schreibt dazu:

»Von Friesen, Fremden und Freigeistern

Sylt ist viel mehr als nur die Insel der Reichen und Schönen – Einheimischen und Stammgästen gilt sie als Königin der Nordsee, als Paradies und Weltanschauung. Ehrlich und hautnah erzählt Silke von Bremen von den Segnungen des Tourismus und vom Glück, ein echter Sylter zu sein. Von Sansibar und Gosch, Pidder Lüng und anderen Inselgrößen; vom Leben in List, dem nördlichsten Ort Deutschlands, von Westerland als Insel-Metropole und vom bekanntesten FKK-Strand der Nation. Sie verrät, was berühmte Schriftsteller in die Sylter Heide und Maler zum Roten Kliff zog, wie lange ein Reetdach hält und was sich hinter »Wohnen im Warftgeschoss« verbirgt.

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»Auf den Sylter Spuren des Dritten Reiches«

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In der Sylter Rundschau vom 24. September ‚rezensiert‘ Wiebke Stitz die Führung »Westerland – auf den Spuren des Dritten Reiches« die Silke von Bremen seit einigen Jahren mit großem Erfolg anbietet.

Allen Schwierigkeiten zum Trotze, Worte zu finden und den wenigen noch verbliebenen Zeitzeugen solche zu entlocken, wird das Geschehene in Silke von Bremens Führung beeindruckend lebendig. Auch weil neben gesellschaftlichen Entwicklungen Einzelschicksale in den Focus geraten. Lesen Sie den Artikel auf den Seiten der Sylter Rundschau oder hier als PDF.

Warum es so ist, wie es ist

Nicht alles an baulicher Substanz in Westerland stößt auf ungeteilte Zustimmung. Manchmal fragt man sich, wie es so weit kommen konnte. Aber es gibt für alles eine Erklärung.

Die Reise-Check-Reporterin Susanne Gebhardt war auf Sylt und hat Silke v. Bremen für die ARD interviewt.

Westerland – oft verkannt

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Für das aktuelle Ausgabe von »Merian« porträtierte Silke v. Bremen ihre Wahlheimat Westerland. Am 12./13. September druckte das Hamburger Abendblatt den Artikel in seiner Reisebeilage nach. Diese Fassung stellen wir Ihnen hier (PDF, ca. 1 MB) zur Verfügung. Viel Spaß beim Lesen!

Sylt im Film

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Seit knapp 100 Jahren dient Sylt als Filmkulisse. Und selbst wenn man großmütig ist – viele Filme sind so grottenschlecht, dass man das Geld für die Dreharbeiten in erheblich sinnvollere Projekte hätte stecken sollen. Etwa in die Ausbildung von Schauspielern und Regisseuren. Aber Schwamm drüber. Denn unter den knapp 50 Filmen, die hier ganz oder nur teilweise gedreht wurden, gibt es erstaunliche Kostbarkeiten, die manches Manko wieder wettmachen.

In der Reihe »Zeitreise« beschäftigte sich das Schleswig-Holstein-Magazin des NDR am 21. Juni mit der Insel als Filmkulisse. Sehen Sie hier einen Ausschnitt mit Silke von Bremen.

Und hier können Sie sich umfassend über die Filme informieren, die bisher auf Sylt gedreht wurden: Drehort Sylt best off 2015 (PDF-Datei)

Die vergessenen Sylter Puppen

Sie sehen unspektakulär aus – und sind für die Sylter und Föhrer Geschichtsforschung ungemein wichtig: cIm Interview mit der Sylter Rundschau erklärt sie, was an den Puppen so besonders ist – und wie sie sie überhaupt aufgetrieben hat.

Frau von Bremen, wie sind denn Sylter Modepuppen vor 300 Jahren in Halle gelandet?

Es gibt Belege dafür, dass der 1723 geborene Amrumer Andreas Wedel die Puppen als eine Art Gastgeschenk mitgebracht hat, als er zur Schule nach Halle geschickt wurde. Über den jungen Mann verlieren sich dann aber leider bald die Spuren.

Von diesen Puppen weiß auf Sylt bisher kaum jemand etwas. Wie haben Sie herausgefunden, dass es sie gibt?

Bei meinen Recherchen zu Sylt im Dritten Reich bin ich auf einen kleinen Artikel von 1931 gestoßen, in dem es um fünf nordfriesische Trachtenpuppen ging, die das Altonaer Museum in Halle ausgeliehen hatte. Bei meinen Nachforschungen stellte sich dann heraus, dass das Altonaer Museum damals Nachbildungen angefertigt hat. Gemeinsam mit der Museumsleiterin Dörte Ahrens, der Vorsitzenden des Brauchtumsausschusses der Söl´ring Foriining Ute Häßler und Heidi Holst, der wir mit zu verdanken haben, dass vor 40 Jahren die Sylter Trachtengruppe gegründet wurde, bin ich im Dezember nach Altona gefahren. Wir waren dann völlig von den Socken, als wir da diese kopierten Puppen aus den 30er Jahren stehen sahen. Vor allem deshalb, weil ganz viel, was uns da anschaute, nicht mit dem übereinstimmt, was wir von den Sylter Trachten wissen.

Welches Wissen über die Sylter Trachten hatten Sie denn vorher?

Zum einen, das war der Grund für die Gründung der Trachtengruppe, wurde auf einem Dachboden in Morsum die sogenannte Lauritzen-Tracht gefunden, genauer gesagt der Rest einer Tracht. Es gab Kupferstiche von einem Herrn Rieter und vom Sylter Chronisten Henning Rinken, Jahrgang 1777, einen Text, in dem er sehr detailgenau beschreibt, wie die Sylter Tracht aussah. Damit hatte man ein Stück Original-Stoff und eine Art Anleitung. Und mit Hilfe der Gewandmeisterin Margrit Werner-Book machte man sich an die Arbeit. Damals in den 70er Jahren gab es eine Art Rückbesinnung auf die alten Werte. Man erkennt das auch sehr schön in den Denkmalschutzbestrebungen und Naturschutzbewegungen dieser Zeit. Vieles war in der Wirtschaftswunderzeit verloren gegangen, jetzt bemühte man sich, die schwindende Heimatkultur zu retten.

Das war in den 70ern. Wie stand es denn vorher mit den Sylter Trachten?

Das ist spannend. Die noch im 18. Jahrhundert getragene Tracht, war ja verschwunden. In den 20er Jahren wurde dann der erste Versuch gestartet, eine Sylter Tracht zu entwickeln, die aber offenbar nicht angenommen wurde. Aber der zweite Versuch nach der Machtergreifung 1933, war erfolgreicher. Die sogenannte blaue Tracht hatte einen schönen Schnitt, wurde mit Filigranarbeiten geschmückt und entsprach dem Zeitgeschmack. Also, nicht alle Frauen trugen diese Kleidung, aber doch so viele, dass diese Tracht bis heute noch existiert.
Dann aber, in den 70ern, wollte man auf die ursprüngliche Tracht zurück. Es wurde das geschneidert, was die Damen, die heute in der Trachtengruppe sind, tragen, und das hat unser Bild der Sylter Trachten maßgeblich geprägt. Und dann kommen wir ins Altonaer Museum, stehen vor diesen Puppen und sehen Kleider und Details, die wir nicht klar zuordnen können. Teilweise gibt es Ähnlichkeit mit alten Kupferstichen, auf alle Fälle sieht es nicht so aus wie die Bilder von Rieter. Gleichzeitig aber ist auch klar, dass die Kleidung der Puppen nicht irgendeiner Phantasie entsprungen ist: Es gibt im Flensburger Museum einen Handschuh aus Leder, der reich bestickt ist. Und genau diese Stickerei finde ich auf den Handschuhen der einen Puppe wieder. Wir haben also ein Gegenstück, das zeigt, dass Handschuhe damals offenbar so gefertigt wurden. Also kann ich davon ausgehen, dass beispielsweise auch die Röcke der Puppen nach einer Originalvorlage gearbeitet sind.

Woran, meinen Sie, liegt es, dass unsere Vorlagen und die Puppen so verschieden sind?

Das, was die Puppen anhaben, ist 80 Jahre älter als die uns bekannte Tracht. Das heißt, die Frauen haben ihre Kleidung im Laufe der Zeit verändert. Mode gab es also damals schon. Und das Irre ist eben, dass die Kleidung dieser Puppen eine Dokumentation von Kleidungsstücken ist, von denen wir vorher gar nichts wussten. Das heißt: Ohne diese Puppen, würden wir zukünftig unser jetziges Trachtenbild behalten. Als wir in Hamburg waren, hatte ich mittlerweile rausgefunden – und das konnte ich erst gar nicht glauben– dass die Originalpuppen noch existieren. Die stehen in einem Schrank in der Wunderkammer der sogenannten Frankischen Stiftung in Halle. Und dass sie noch existieren, ist wirklich ein Wunder: Die Puppen hatten Napoleon und beide Weltkriege überlebt, doch in der DDR-Zeit wurde sich um die Stiftung nicht weiter gekümmert: Das Haus zerfiel, es hat dort durchgeregnet, die ganze Wunderkammer war der Witterung ausgesetzt und manche Hallenser sind da durchgegangen und haben das eine oder andere genommen .Wie gut also, dass die Puppen auf den ersten Blick nicht wirklich attraktiv sind – die haben sie nicht mitgenommen. Nach der Wiedervereinigung dann wurde diese Wunderkammer mit einem irren Engagement renoviert. Als ich die Puppen dort im Februar gesehen habe, hat mich das wirklich berührt.

Warum?

Weil ich mich gefragt habe: Wer hat die gefertigt? Was für ein Material ist das? Der junge Mann, der zum Studieren mit den Puppen nach Halle geschickt wurde, stammte von Amrum. Bei den Puppen sind aber, soweit ich das sehe, drei in Sylter und zwei in Föhrer Tracht. Warum ist da keine Amrumer Puppe dabei? Und warum gab es diese Puppen überhaupt? Wurde mit denen auch gespielt? Ich kenne keine anderen Aufzeichnung von solchen Puppen. Sie sind ja auch für die Föhrer interessant: Die haben ihre ursprüngliche Tracht ja auch verloren, die Föhrerinnen haben sich im 19.Jahrhundert ja auch eine neue Tracht ausgedacht.

Was würden Sie sich wünschen, was nun mit den Puppen geschehen soll?

Sie sind in keinem guten Zustand, sie müssten dringend in die Hände eines guten Textilrestaurators. Es wäre sensationell, wenn wir sowohl die Originalpuppen, als auch die Kopien herholen könnten, um sie in einer Ausstellung zu zeigen. Und angenommen, man dürfte diese Puppen untersuchen: Dann könnte man beispielsweise Haarproben nehmen (sie tragen Echthaar!) und eine DNA–Analyse machen. Die eine Puppe trägt Fell – da könnten wir herausfinden, was das für Schafe gewesen sind – die Puppen sind also auch volkskundlich total spannend.

Autor: Friederike Reußner
– den Artikel finden Sie auch in der Schleswig-Holstein-Zeitung online – shz.de

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Wenn Sie über die spannende Spurensuche über den Weg der Puppen nach Halle noch mehr wissen wollen, empfehle ich Ihnen meinen Artikel vom 2./3. April 2015 aus den Sylter Nachrichten – hier als PDF.

Wer Bürgermeisterin werden will, sollte Sylt kennen

Judith Rakers überreicht Gabriele Pauli Silke von Bremens "Gebrauchsanweisung für Sylt"

Judith Rakers überreicht am 19. September  in der Sendung „Drei nach Neun“ an Gabriele Pauli das Buch „Gebrauchsanweisung für Sylt“ von Silke v. Bremen.

Gabriele Pauli studiert Silke von Bremens "Gebrauchsanweisung für Sylt"

Gabriele Pauli möchte sich im Dezember als Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt wählen lassen.  Ob man mit Hilfe dieses Buches diesem Ziel näher kommt, wird sich zeigen. Aber mit Sicherheit wird Frau Pauli  nach der Lektüre dieses Buches feststellen, dass manches auf Sylt doch ganz anders ist, als man in Bayern so denken mag …

Living History in der „Nordtour“


Am 16. August berichtete die NDR Nordtour von der diesjährigen „Living History“. Hier können Sie den Bericht nachsehen (ca. 5 Minuten). Viel Spaß!